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Chinas erweitert Militärpräsenz - Mit ehemaligem CIA-Flugfeld in Laos 

Von Andreas Landwehr, 13. Oktober 2026

Kurzfassung: 

China baut seinen dritten Militärstandort im Ausland - ausgerechnet auf einem Flugfeld in Laos, das einst im Vietnamkrieg der CIA für verdeckte Operationen diente. 

Der Standort hat geostrategisches Potenzial, weil China damit seine Militärpräsenz im Ausland erweitern kann.

Rund 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Vientiane entsteht in Ban Keun eine zwei Kilometer lange Piste. Offiziell soll China dort laotische Piloten ausbilden.

Thailand und vor allem Vietnam, aber auch die USA und Taiwan beobachten die Entwicklung aufmerksam.

„Angesichts der Länge der Start- und Landebahn gehe ich davon aus, dass China künftig weitere Baumaßnahmen zur Erweiterung der Anlage durchführen wird“, sagte William Yang von der Konfliktforschungsorganisation Crisis Group zu Table.Briefings.

Das arme Laos verfügt über weniger als 40 Militärhubschrauber und Schulungsflugzeuge, aber keine modernen Kampfjets, und steht bei China tief in der Kreide.

Es ist Chinas dritter Außenposten: Die Volksbefreiungsarmee unterhält seit 2017 schon einen Militärstützpunkt in Dschibuti am Horn von Afrika und eröffnete 2025 in der kambodschanischen Marinebasis Ream ein „Logistik- und Trainingszentrum“.

Die Piste liegt auf dem einst als „Lima Site 44“ bekannten Flugfeld, das der US-Geheimdienst CIA und seine Fluggesellschaft „Air America“ während des Vietnamkriegs für verdeckte Einsätze gegen kommunistische Kräfte nutzten.

Über die nahe gelegene, mit chinesischen Krediten gebaute China-Laos-Eisenbahn könnte die Volksbefreiungsarmee Soldaten, Material, Gerät und Treibstoff herantransportieren.

Die Landebahn ließe sich auf 2.500 oder 3.000 Meter verlängern, sodass auch Bomber, Transport- und Aufklärungsmaschinen oder Tankflugzeuge landen könnten.

Ban Keun sei „wichtig für Chinas allgemeine Fähigkeit, militärische Macht im Ausland zu projizieren und Druck auf US-Seestreitkräfte auszuüben, die im Raum Singapur operieren“, schrieb Professor Ying Yu Lin von der Tamkang-Universität in Taiwan in „The Diplomat“.

„Künftig könnte die Anlage zudem dazu dienen, US-Militäroperationen im Golf von Thailand, in der Andamanensee und sogar in der Straße von Malakka zu erschweren.“

F.A.Z. Weltwirtschaft

Die Ausbeutung seiner Arbeiter stützt Chinas Billigausfuhren

Von Andreas Landwehr, 8. Oktober 2026 

Kurzfassung: 

Die EU verhandelt in Peking mit China über dessen Exportwelle. Viele chinesische Produkte sind auch deshalb so billig, weil mehr als 300 Millionen Chinesen ohne Absicherung und häufig in prekären Verhältnissen schuften. 

Die Zahl solcher Arbeiter, die oft keinen festen Vertrag haben und nur unzureichend sozial abgesichert sind, könnte in diesem Jahr auf 320 Millionen steigen – rund 44 Prozent der Beschäftigten, wie ein Forschungszentrum an der Capital University of Economics and Business in Peking schätzt. 

„Eine Reihe zentraler Rechte ist faktisch ohne Schutz“, schrieb die staatliche Wirtschaftszeitung „The Economic Observer“. 

Die Spanne der „Gig-Worker“ reicht von Tagelöhnern und Leiharbeitern über Kuriere und Essenslieferanten, die per Online-Plattform vermittelt werden, bis hin zu Livestreamern, Haushaltshilfen oder Freiberuflern. 

„Flexible Beschäftigung wird zum Normalfall“, schrieb das China New Employment Forms Research Center bei der Vorlage der Zahlen. „Der Sprung von ‚Arbeit haben‘ zu ‚Perspektive haben‘ bleibt ein dringend zu lösendes Problem.“

Indem chinesische Unternehmen ihre Lohnkosten drücken können, verschaffen sie sich auch auf den globalen Märkten einen Wettbewerbsvorteil. 

„Die mangelhafte Durchsetzung des Arbeitnehmerschutzes und den daraus resultierenden Kostenvorteil würde ich als eine Form der indirekten Subventionierung von Unternehmen – einschließlich der Exportfirmen – bezeichnen“, sagte Li Qiang, Gründer der in New York ansässigen Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch (CLW). „Arbeitnehmer tragen Kosten, die ansonsten die Arbeitgeber tragen müssten.“

Wer nicht sicher sein kann, ob er in der nächsten Woche, im nächsten Monat oder Jahr ein ausreichendes Einkommen bekommen kann, konsumiert nicht und spart besser für schwere Zeiten – besonders wenn auch noch ausreichende soziale Absicherung und Altersvorsorge fehlen. 

Das drückt das ohnehin schwächelnde Wachstum in China.

⬇️ Meine Analyse über die oft ausbeuterischen Verhältnisse auf faznet:

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 Mobilmachungsgesetz: „Blankoscheck“ für Enteignung

Von Andreas Landwehr, 07.09.2026

Kurzfassung: 

Chinas neues Gesetz für die Mobilmachung im Konfliktfall hat beträchtliche Auswirkungen auf deutsche und andere ausländische Unternehmen. Die Novelle verschafft dem Staat erstmals das Recht auf Enteignung oder Beschlagnahme ihrer „Einrichtungen, Ausrüstung, Transportmittel, Räumlichkeiten und sonstigen Ressourcen“.

Alle in der Volksrepublik ansässigen Unternehmen müssen den Behörden über mobilisierbare Kapazitäten Auskunft erteilen. Im Ernstfall soll das Gesetz einen „raschen Übergang vom Friedens- zum Kriegszustand sicherstellen und wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärke in Verteidigungsstärke umwandeln“, besagt Artikel 2.

Faktisch dient es der Vorbereitung auf einen Krieg, der am ehesten um Taiwan droht. 

„Im Falle eines Mobilisierungsszenarios gilt jedes in China tätige Unternehmen – einschließlich hundertprozentiger Tochtergesellschaften ausländischer Firmen – als mobilisierbare Ressource“, sagt die China-Expertin Samantha Hoffman von der Sicherheitsanalysefirma Arclight Labs zu Table.Briefings. „Zudem bestehen Anforderungen an die Lagerhaltung sowie Pflichten zur Datenbereitstellung.“

„Die Verabschiedung dient sowohl dazu, die Entschlossenheit zu demonstrieren, zur Wahrung der Kerninteressen alles Notwendige zu unternehmen, als auch Taipeh, Washington und der internationalen Öffentlichkeit zu signalisieren, dass China seine Fähigkeiten zum schnellen Übergang vom Friedens- in den Kriegszustand ausbaut und modernisiert“, sagt William Yang von der Konfliktforschungsgruppe Crisis Group zu Table.Briefings. 
 

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Steuerkampagne: Zugriff bis in die Karibik

Von Andreas Landwehr, 28.08.2026

Kurzfassung:

Offshore heißt in China nicht mehr steuerfrei. Mit einer 20-prozentigen Steuer auf Offshore-Trusts greift China erstmals systematisch auf das Vermögen reicher Chinesen im Ausland zu. Ein Grund für die verschärfte Steuerkampagne sind wachsende Haushaltslöcher. Durch die anhaltende Immobilienkrise brachen die kommunalen Einnahmen durch Landverkäufe von 2021 bis 2025 um die Hälfte ein.

Die überraschend eingeführte und rückwirkend geltende Steuerregelung schließt jetzt Schlupflöcher, sorgt aber auch für reichlich Verwirrung. Die Steuerbehörden könnten laut Schätzungen des französischen Finanzkonzerns Natixis bis zu 20 Milliarden US-Dollar im Jahr zusätzlich einnehmen.

Chinas Superreiche parken seit Langem Hunderte Milliarden US-Dollar in Vermögensstrukturen, die außerhalb Chinas verwaltet werden. Beliebt sind Hongkong und Singapur, die Cayman Islands, die Britischen Jungferninseln oder Jersey oder Guernsey. 

In diese Rechtstrukturen wurden unterschiedlichste Vermögenswerte gesteckt, von Unternehmensanteilen bis hin zu Familienvermögen, wobei die steuerliche Behandlung in China nie eindeutig geregelt oder nicht wirksam verfolgt wurde. Die internationale Vermögensberatungsfirma Bolder spricht vom „Beginn einer neuen Ära strenger globaler Vermögensüberwachung“.
 

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