Cover des Buches  "Countdown Taiwan" von Andreas Landwehr

Countdown Taiwan 

Chinas Kampf um die neue Weltordnung und was für uns auf dem Spiel steht

China will Taiwan einnehmen – und wird es versuchen. Der Krieg hat nach Pekings Strategie längst begonnen. Jeden Tag provozieren chinesische Kampfflugzeuge und Schiffe in der viel befahrenen Meerenge der Taiwanstraße die taiwanischen Streitkräfte und untergraben den Status quo, der jahrzehntelang den Frieden bewahrt hat. Die kommunistische Führung macht mobil und bereitet das Milliardenvolk vor. Parallel zum militärischen Druck versucht Peking, die öffentliche Meinung in Taiwan und im Rest der Welt zu beeinflussen. Es setzt eine irreführende Auslegung des Völkerrechts als Waffe ein. Unterhalb der Schwelle eines offenen Konflikts wird der Boden für eine militärische Operation bereitet. Es wird noch nicht geschossen, aber die Kampfjets fliegen, und die Kriegsschiffe sind bereits nahe der Küste im Einsatz. Ein offener Krieg könnte jederzeit ausbrechen – durch einen ungewollten Zwischenfall oder bewusst kalkuliert. Für Deutschland und Europa hätte das enorme Folgen: Wir sind darauf nicht vorbereitet. Auch sind wir viel zu abhängig von China. Wir fragen uns zögerlich, ob wir uns Derisking leisten können. Aber die eigentliche Frage muss lauten: Können wir es uns leisten, kein Derisking zu betreiben?

Ein Krieg um Taiwan hätte wegen der globalen Verflechtungen noch größere Folgen für Deutschland und die Welt als die russische Invasion in der Ukraine. Durch Russlands Angriffskrieg haben wir unsere Abhängigkeit von russischer Energie schmerzhaft zu spüren bekommen. Das Versagen in der deutschen Russlandpolitik darf sich mit China nicht wiederholen. Es gilt heute, die Lehren daraus zu ziehen. Denn der Preis eines Krieges zwischen China und den USA um Taiwan wäre astronomisch: Die Kosten könnten nach Schätzungen die wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Finanzkrise 2007–2009, der Covid-19-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zusammen übersteigen.

Die Konfrontation erscheint unvermeidlich. Wir müssen alles daransetzen, dass daraus kein offener Krieg wird – und falls doch, dass eine katastrophale Eskalation vermieden wird und uns in Deutschland die Folgen nicht zu hart treffen. Dieses Buch mit den Erfahrungen aus meiner mehr als 30-jährigen Berichterstattung aus China und Taiwan zeigt auf, wie sich China unter Staats- und Parteichef Xi Jinping verändert hat und warum die Gefahr eines Krieges um Taiwan heute plötzlich real ist. Während wir immer nur reagieren und Feuer löschen, plant Chinas Führung langfristig. Was sich Xi vornimmt, setzt er auch durch. Wir sollten ihn ernst nehmen. 

Die chinesische Führung lässt ihre wachsenden wirtschaftlichen Muskeln spielen, um eine neue Weltordnung zu schaffen – und will uns heute schon vorschreiben, was in deutschen Schulbüchern steht, oder wen wir in Deutschland als Gast willkommen heißen dürfen. Das Buch ist ein Appell an Deutschland und Europa, den Umgang mit China zu überdenken, sich aus Abhängigkeiten zu lösen und das freie Taiwan nicht der kommunistischen Diktatur preiszugeben. 

 

Verlag: Heyne, erscheint 27. Januar 2027, ISBN-13: ‎978-3641356026

 

Andreas Landwehr vor Transportmaschine auf Flughafen von Kinmen
Polizisten auf Platz des Himmlischen Friedens in Peking, Copyright Andreas Landwehr
Große Halle des Volkes in Peking, Copyright Andreas Landwehr
18. Parteitag der KP China in Großer Halle des Volkes, 2012, Copyright Andreas Landwehr
Journalist Andreas Landwehr vor Minengebiet auf der Insel Kinmen

So sieht uns die Welt 

Kapitel über China: 
Im Auge des Drachen, von Andreas Landwehr

Top-Auslands-korrespondenten berichten
 

Cover des Spiegel Beststellers "So sieht uns die Welt" mit Kapitel von Andreas Landwehr zu China
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